Düsteres Kopfkino zwischen Geistern, Hexen und Totengesang
Mit „Der Ruf von Blut und Feuer“ erschafft Axel Gasché eine finstere Welt voller Magie, Tod und düsterer Geheimnisse. Bereits die ersten Kapitel ziehen den Hörer hinein in eine raue Atmosphäre, die sich irgendwo zwischen Dark Fantasy, Horror und einem bedrückenden Mittelalter Abenteuer bewegt.
Im Mittelpunkt steht Josef, ein Taugenichts, der als vermeintlicher Hexenmörder im Zwingturm von Winterburg landet. Ausgerechnet ein gefürchteter Totengräber bietet ihm eine Chance auf Rettung und führt ihn in eine Welt voller verbotener Magie, rachsüchtiger Geister und unheilvoller Mächte.
Obwohl Dark Fantasy normalerweise nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre ist, besitzt die Geschichte eine besondere Wirkung. Die Welt wirkt lebendig, düster und gleichzeitig seltsam melancholisch. Gewaltige Bilder, geheimnisvolle Figuren und immer wieder traurige Momente sorgen dafür, dass man tief in Winterburg hineingezogen wird.
Teilweise fühlt sich das Hörbuch fast wie ein düsteres Rollenspiel an. Gerade Josef funktioniert als Hauptfigur erstaunlich gut, weil er kein klassischer Held ist. Seine Unsicherheit und seine Entwicklung machen ihn greifbar und verleihen der Geschichte eine gewisse Menschlichkeit zwischen all den dunklen Elementen.
Der Schreibstil von Axel Gasché ist dabei durchaus speziell und sicher nicht für jeden gemacht. Wer allerdings bereits „Erl“ kennt, dürfte sich schnell wieder zurechtfinden. Gerade diese ungewöhnliche Erzählweise gibt der Geschichte ihre eigene Identität.
Besonders hervorheben muss man außerdem Sprecher Steffen Rössler. Mit seiner markanten Stimme trägt er enorm zur bedrückenden Atmosphäre bei und macht viele Szenen noch intensiver. Unterstützt wird das Ganze zusätzlich durch passende Geräuscheffekte, die das Kopfkino weiter verstärken.
Produziert wurde das Hörbuch von der Hörbuchmanufaktur Berlin.
„Der Ruf von Blut und Feuer“ ist vielleicht kein Hörbuch für jedermann. Aber genau darin liegt auch sein Reiz. Düster, roh, geheimnisvoll und voller Figuren, die einem länger im Kopf bleiben, als man zunächst erwartet.
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