Edward Corby

Edward Corby – Erwachen: Okkulte Jagd im Schatten von Jack the Ripper

Edward Corby – Erwachen

Wenn Magie auf Verstand trifft – und London im Schatten versinkt

Klappentext:
London, 1888.
Jack the Ripper zieht blutige Spuren durch die Straßen Whitechapels. Aus purer Verzweiflung ersucht Scotland Yard die Hilfe von Edward Corby – Magier und okkulter Ermittler.

An seine Seite wird gegen seinen Willen der junge Meisterdetektiv Andrew Abersteen gestellt. Zwei Welten prallen aufeinander: Magie und Wissenschaft. Ablehnung ist vorprogrammiert, doch um den Schlächter zu stoppen, bleibt ihnen keine Wahl.

Was als Jagd auf einen Serienmörder beginnt, entpuppt sich schnell als Blick in die tieferen, dunkleren Schichten Londons. Eine Welt, in der das Begreifbare endet und der wahre Abgrund erst beginnt.


Zwischen Erwartung und Wirklichkeit

Eines vorweg:
Als Horror- und Sherlock-Holmes-Fan gehe ich vielleicht etwas kritischer an solche Stoffe heran. Gleichzeitig bin ich mit Geschichten rund um Magie, abgesehen von Harry Potter – eher wenig vertraut.

Gerade deshalb war meine Erwartungshaltung gemischt.

Nach dem starken Debüt Der Schacht, das mit dichter, düsterer Atmosphäre und einem Hauch von H. P. Lovecraft überzeugen konnte, war ich gespannt, wohin die Reise diesmal geht.


Episodisch erzählt – Chance und Schwäche zugleich

Die Geschichte wird in drei Episoden erzählt. Ein Ansatz, der zunächst interessant wirkt, mich aber anfangs etwas aus dem Lesefluss gerissen hat.

Jede Episode für sich funktioniert, wirkt jedoch nicht immer vollständig auserzählt. Hier hätte ich mir stellenweise mehr Tiefe gewünscht, insbesondere bei den Charakteren.

Auf der anderen Seite:
Genau darin liegt auch Potenzial. Es fühlt sich an, als würden hier bewusst Grundlagen für weitere Geschichten gelegt.


Horror mit angezogener Handbremse?

Genug Horror?
Nun ja… für mich persönlich: eher nicht.

Die düsteren Elemente sind vorhanden, aber oft nicht so intensiv ausgearbeitet, wie sie sein könnten. Gerade bei grausamen Szenen lebt Horror von Details, von dem, was zwischen den Zeilen passiert.

Wie fühlt sich Angst wirklich an?
Was geht in den Figuren vor, wenn das Unfassbare Realität wird?

Hier bleibt noch Luft nach oben.
Allerdings muss man fair sagen: Mein Maßstab ist durch jahrelangen Horror-Konsum vermutlich etwas… verschoben.


Ein mutiger Genremix

Was man Anja Weinhold definitiv zugutehalten muss:

Einen Mix aus

  • Horror
  • Krimi
  • Fantasy
  • Erotik
  • Drama

stimmig zu verbinden, ist alles andere als einfach.

Und genau das gelingt ihr am Ende überraschend gut.
Die Geschichte findet ihren Ton und hält ihn.


Der Sprecher

Auch der Sprecher überzeugt:
Marco Sven Reinbold, bekannt unter anderem durch die Riftwelt-Saga, verleiht der Geschichte eine passende, atmosphärische Tiefe.

Seine Stimme trägt durch die Handlung und sorgt dafür, dass die düstere Stimmung konstant präsent bleibt.


Fazit

Rund 14 Stunden Hörzeit, die mich gut unterhalten haben – mit kleinen Abstrichen.

Und eines ist mir wichtig:
Über Werke, die mir nicht gefallen, schreibe ich keine Rezension.

Die genannten Kritikpunkte sind also kein Verriss, sondern eher der Wunsch nach noch mehr Tiefe, noch mehr Dunkelheit.

👉 Ein hörenswerter Auftakt mit Potenzial, besonders für alle, die düstere Ermittlungen mit einem Hauch Übernatürlichem und subtiler Erotik mögen.

AnjaWeinhold bei Facebook

Produziert von der Hörbuchmanufaktur Berlin

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