In den Romanen von Rebekah Stoke, die ich bisher gehört habe, spielt oft – wenn nicht sogar immer – ein bestimmter Song eine besondere Rolle. In Die Sünderin war es beispielsweise Blue Velvet. Solche wiederkehrenden Elemente mag ich besonders, wenn Autoren ein Muster einbauen, das als Wiedererkennungsmerkmal dient. Auch in diesem Drama ist das wieder der Fall. Den Titel verrate ich allerdings nicht – nur so viel: Es ist ein Kulthit aus den 80ern, den ich persönlich sehr mag.
Das Spielhaus ist für mich kein typischer Thriller. Vielmehr ist es ein tiefgehendes psychologisches Familiendrama, das sich mit den Abgründen der menschlichen Psyche beschäftigt. Es zeigt, wie Geheimnisse, Traumata und zerstörerische Beziehungen das fragile Konstrukt einer Familie ins Wanken bringen können.
Klappentext: Annie und ihr Verlobter Donovan ziehen von New York nach Louisiana auf das Anwesen Grant House, das seiner Stiefmutter Violet gehört. Während Donovan im Unternehmen seines Vaters arbeitet, wird Annie die Hauslehrerin seiner 15-jährigen Halbschwester Jules.
Dem Charme des herrschaftlichen Herrenhauses vor den Toren der Sümpfe verfällt Annie sofort, jedoch gerät sie mit ihrer zukünftigen Schwiegermutter immer wieder aneinander, denn Violets Verhalten wirft Fragen auf. Warum sperrt sie Jules in Grant House ein?
Bei ihren Erkundungstouren stößt Annie auf eine Warnung vorheriger Lehrer, blutbefleckte Handtücher auf dem Dachboden und mehrere Todesfälle in der Vergangenheit. Violets Mutter beging Selbstmord, der Vater wurde ermordet, und was ist mit Violets Schwester Rosie passiert?
Als Jules Annie ein Geheimnis verrät, setzt sich das Puzzle zusammen. Annie findet heraus, was es mit dem Grab im Wald auf sich hat und warum niemand das Spielhaus hinter der alten Eiche betreten darf, in dem die schlimmen Dinge lagern.
Eine klare Meinung zu äußern, ohne zu spoilern, ist gar nicht so einfach. Ab einem gewissen Punkt lassen sich die Hintergründe zumindest teilweise erahnen. Immer wieder ertappte ich mich dabei, mir die Frage zu stellen: Kann das sein? Ist das logisch und nachvollziehbar? Dennoch ließ ich mich einfach von der Story weitertragen und überraschen – was blieb mir auch anderes übrig?
Hab ich’s doch gewusst!“ – das war einer meiner Gedanken zum Schluss, allerdings im positiven Sinne. Denn nicht die Auflösung des Rätsels war für mich entscheidend, sondern die Dramatik, die die gesamte Familiengeschichte geheimnisvoll umgab – und der Nebel, der sich am Ende doch noch lichtete.
Die Sprecherin Sarah Liu liest sehr überzeugend, und ich habe ihr gerne zugehört. Wie es oft bei Hörbüchern der Fall ist, steigern sich die Sprecher*innen mit zunehmender Spieldauer – und genau das war auch hier zu spüren.
Mein Fazit: Eine spannende und fesselnde Geschichte, die mein Kopfkino für düstere, alte Häuser voll in Fahrt gebracht hat.
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